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 Betreff des Beitrags: Yamadori Kiefer retten
BeitragVerfasst: 14.04.2017, 10:14 
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Beiträge: 10
Seit gestern bin ich hier angemeldet lese aber schon gute 2 Jahre hier in dem Forum mit.

Dieses Wochenende war ich bei meiner Oma und die hat neben ihrer Garage eine Kiefer im Garten die definitiv weg kommen soll( dieses oder nächstes Jahr).
Ich habe ihr gesagt bevor diese Kiefer weg kommt würde ich sie liebend gerne nehmen und bei mir pflegen.
Zu der Kiefer gibt es folgendes zu sagen: Ca. 50-60 cm hoch, Ca. 100-120cm breit, und Ca. 50-60 Jahre alt( stammt aus der hohen Tatra und wurde von meinem Uropa mitgebracht vor ca. 40 Jahren und hat seit dem mehrere Umpflanzungen durch Wohnortwechsel überlebt). Sie steht im Garten jetzt gute 15 Jahre und leider weiß ich nicht genau um was für eine Art Kiefer es sich handelt.
Und ich wäre dankbar über Tipps für eine Vorangehensweise zum ausgraben und in einen Kübel pflanzen und pflegen.
Soll ich umstechen? Habe Fibotherm als Substrat in Betracht gezogen! Ist Rückknospung möglich( Innen etwas kahl)?

Sorry für die Qualität der Bilder sind mit dem Handy gemacht.


Dateianhänge:
bonsaikiefer3-125651.jpg
bonsaikiefer3-125651.jpg [ 604.02 KiB | 1194 mal betrachtet ]
bonsaikiefer2-125643.jpg
bonsaikiefer2-125643.jpg [ 668.65 KiB | 1194 mal betrachtet ]
bonsaikiefer1-125638.jpg
bonsaikiefer1-125638.jpg [ 597.86 KiB | 1194 mal betrachtet ]
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 Betreff des Beitrags: Re: Yamadori Kiefer retten
BeitragVerfasst: 15.04.2017, 01:43 
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Hallo,
das st eine Bergkiefer (Pinus mugo).
Natürlich darf man sich so eine Chance nicht entgehen lassen.
Gerade jetzt , wenn die Kerzen schieben, wäre ein idealer Zeitpunkt zum Bergen.

Kiefern umsticht man eigentlich nicht. aber wenn sie in diisem Jahr nicht aufgegraben werden soll, würde ich sie nachdem die neunen Triebe ausgereift sind , also so Anfang Juni schon mal zurückschneiden (Alle Mitteltreibe raus , ggf. auch weiter zurückscneiden)

Ansonden umgräbt man sie spatentief und arbeidet sich den rundum schräg nach unten unter den Ballen vor. Größer Wurzeln die im Weg sind , werden gekappt.

Den Ballen so kpmpakt wie er ist in einen passenden Mörtelkübel (Löcher reinschneiden in den Boden und mit Blähschiefer o.a. auffüllen. Durchschütteln , angießen, fertig.

Natürlich knospt die auch zurück wenn sie volle Sonne hat und man sie gut füttert.

_________________
Viele Grüße
Thomas

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 Betreff des Beitrags: Re: Yamadori Kiefer retten
BeitragVerfasst: 15.04.2017, 15:10 
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Registriert: 13.04.2017, 17:13
Beiträge: 10
Danke für deine Antwort :D
Werde mich jetzt zum Thema Bergkiefer mal richtig einlesen.
Da ich in nächster Zeit nicht so schnell wieder dort hin komme werde ich sie wohl nächstes Frühjahr bergen.
Und du hast vollkommen Recht, diese Chance werde ich mir auf keinen Fall entgehen lassen so mal der Baum quasi schon ein "Familienmitglied" ist und dann schon die 4. Generation wäre :)
Ich werde deinen Ratschlag befolgen und mir so einen Kübel besorgen und mit Fibotherm auffüllen.
Etwas Angst vor dem zurückschneiden hab ich noch werde es aber wagen.
Kannst du mir noch sagen mit was ich am besten "füttern" sollte?
Welche Triebe meinst du mit Mitteltriebe? An jeden Ast die mittleren? Und soll ich noch ein Stück immer stehen lassen also nicht direkt an der Basis schneiden?

Danke noch mal für deine schnelle Antwort.
LG Paul


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 Betreff des Beitrags: Re: Yamadori Kiefer retten
BeitragVerfasst: 16.04.2017, 04:54 
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Beiträge: 8726
Wohnort: Pirna
Angst ist bei Bonsai einschlechter Ratgeber, denn Schneiden wirst Du ganz viel müssen und auch drastisch.
Letzlich wird von dem Baum als Bonsai gerade mal soviel wie auf dem Bild übrig bleiben.
Dateianhang:
zzzz.jpg
zzzz.jpg [ 94.97 KiB | 1113 mal betrachtet ]
Wenn der Baum noch in der Erde in gewohnter Umgebung steht geht das ohne Probleme und was Du jetzt machst, brauchst Du später nicht machen und bedeutet auch für den Baum weniger Streß als später in der Schale oder Kübel.

Zunächst einam schneidet man bei Kiefern als Äste und Zweige auf zwei Verzweigungen.

Man beginnt bei der dem Hauptstamm nächsten Verzweigung In der Regel nimmt man da immer den Mitteltrieb weg. Ist ein Nebenast nicht passsend (z.B.zu schwach ) , lässt man auch den Mittestrib mal stehen und schneidet den Seiten trieb.
Dateianhang:
KieferVerzweigung.jpg
KieferVerzweigung.jpg [ 53.3 KiB | 1113 mal betrachtet ]
Wichtig ist bei der Aktion, dass oben sowviel wie möglich weg müss. Die wichtigsten Äste und Zweige sind die unten rüm, v.a. die ganz leinen dünnen Äste. Da müss noch genug grün da sein und die Äste da unten müssen genug Lict bekommen, das sie sich entwickeln können, denn die werden letzlich am Ende in paar Jahren die Äste sein, aus denen Dein Bonsai aufgebaut ist.

Bei der Lektüre zu Kiefern wird es schwierig, weil dazu auch viel Unsinn im Net geschreiben ist.
Fast überall steht was von Pinzieren bzw. Kerzen einkürzen. Das erst einmal ganz schnell wieder vergessen.
Das spielt erst dann evtl. eine Rolle, wenn der Bonsai in seiner Form volllendet ist und es darum geht, sein Wachstum zu begrenzen.

Das Prinzip für Dich in den nächsten Jahren ist stufenweise Reduktion des Baumes und dann
stufenweiser Neuaufbau.

_________________
Viele Grüße
Thomas

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 Betreff des Beitrags: Re: Yamadori Kiefer retten
BeitragVerfasst: 16.04.2017, 13:30 
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Vielen Dank für deine ausführliche Antwort und für das Schaubild mit den Ästen zum Einkürzen. ich werde schauen das ich es doch noch mal hinbekomme Mitte Mai hinzufahren und doch schon einmal Hand anlegen.
Falls der Baum doch noch weichen muss dieses Jahr wäre bis Ende Mai ein guter Zeitpunkt aber auch Ende September oder?
Ich werde mein bestes geben :wink:

LG Paul


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 Betreff des Beitrags: Re: Yamadori Kiefer retten
BeitragVerfasst: 18.04.2017, 21:08 
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Hallo Thomas und Hallo Silvaermaen,

ich habe bezüglich Rückschnitt im Mai eine Frage:
besteht keine Gefahr, wenn jetzt im vollen Saft stark geschnitten wird und der Baum dann endlos blutet/harzt?

Klar verträgt der Baum mit vollfunktionsfähigem Wurzelapparat (also noch eingepflanzt) einen solchen Schnitt besser als ein frisch eingetopfter. Aber wäre es allenfalls nicht sinnvoll erst im Herbst zu schneiden und nun mal nur "Licht in den Innenbereich der Krone zu bekommen, damit dort Knospen gebildet werden?
Du hast da sicherlich Erfahrung!
Danke für deinen Tipp, bei mir gehts um eine Rotkiefer, die noch im Garten steht.

Grüsse,
roro

_________________
Sind diese Blumen künstlich? - Natürlich.
Also natürlich oder künstlich? - Natürlich künstlich!


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 Betreff des Beitrags: Re: Yamadori Kiefer retten
BeitragVerfasst: 19.04.2017, 07:32 
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Mai habe ich so nicht geschrieben.
Zitat:
würde ich sie nachdem die neunen Triebe ausgereift sind , also so Anfang Juni schon mal zurückschneiden
Den Zeitpunkt bestimmt die Reife der Triebe, da ist auch kein so starker Saftfluss mehr und die Karft steckt im Baum

Wenn Du zu dem Zeitpunkt nicht schneidest , geht die Kraft in die Endknospen der starken Endtriebe und nicht in Rücknospung.

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Viele Grüße
Thomas

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 Betreff des Beitrags: Re: Yamadori Kiefer retten
BeitragVerfasst: 19.04.2017, 09:12 
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Ich werde Anfang Juni wieder mal hin fahren so zurück schneiden wie du gesagt hast (ca. zweites Juniwochenende) und dann im nächsten Frühjahr den Baum bergen.
Bilder werden natürlich folgen.

LG Paul


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 Betreff des Beitrags: Re: Yamadori Kiefer retten
BeitragVerfasst: 04.07.2017, 09:15 
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So, dieses Wochenende ist es so weit.
Ich fahre Richtung Osten und werde am Samstag den rückschnitt wagen.
Ich werde wie oben in der Skizze vorgehen.
Meine einzige Frage ist jetzt nur noch bevor es los geht , wie viel kann ich an grün von dem Baum wegnehmen, so das er es problemlos übersteht?
Würde mich über eine Antwort bis Samstag früh freuen :D
Bilder werde ich natürlich auch machen und alles dokumentieren.

LG und schönen Tag.


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 Betreff des Beitrags: Re: Yamadori Kiefer retten
BeitragVerfasst: 04.07.2017, 23:57 
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Für den Rückschnitt ist es jetzt bischen spät im Jahr.
Da passiert nicht mehr viel an Wachstum dieses Jahr und wenn der nächstes Frühjahr ausgegraben werden soll , wurde ich aktuell nur soviel wegnehmen, wie es für entsprechenden Transport nötig ist.

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Viele Grüße
Thomas

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 Betreff des Beitrags: Re: Yamadori Kiefer retten
BeitragVerfasst: 05.07.2017, 07:09 
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Ja leider konnte ich nicht früher hin. Optimal wäre wahrscheinlich vor 4 Wochen gewesen nehme ich an.
Dann werde ich ihn so weit reduzieren für den Transport. Eventuell kann ich ihn auch noch ein Jahr stehen lassen. Ab wann könnte ich dann wieder zurückschneiden? Vor dem schieben der Kerzen oder wieder erst danach?
Falls er doch raus muss im Frühjahr kommt er in einen Kübel aber da sollte ich ihn dann erst mal nicht mehr schneiden nehme ich an Oder?

Liebe Grüße Paul


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 Betreff des Beitrags: Re: Yamadori Kiefer retten
BeitragVerfasst: 05.07.2017, 07:36 
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Also in jedem Falle schneidet man nach dem Neuaustrieb , wenn die neuen Triebe die Nadeln kplt rausgebracht haben.
danach kann man immer schneiden, nur sollte zum Zeitpunkt des Ausgrabens so viel wie möglich kräftiges Grün dran sein.
Ideal ist, wenn man den Baum vorm Johannistrieb kräftig zurücknimmt und dann noch ein Jahr wachsen lässt vor Ort.
OK das wird hier wohl nicht gehen, der soll ja weg.
Ich würde hier lange sperrige unverzeigte Äste gleich kplt an der Basis entfernene .
Wenn von der Sorte schon mal 2-3 Äste raus sind, sieht das ganze meist schon überschaubarer aus.

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Thomas

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 Betreff des Beitrags: Re: Yamadori Kiefer retten
BeitragVerfasst: 05.07.2017, 12:18 
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Danke für deine ausführliche Hilfe.
Dann werde ich das am Wochenende so mit den unverzweigten, sperrigen ästen so machen und trotzdem schauen das ich verhalten schneide das im Frühjahr noch genug grün ist zum bergen.

Liebe Grüße Paul


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 Betreff des Beitrags: Re: Yamadori Kiefer retten
BeitragVerfasst: 18.07.2017, 18:23 
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Update:

Ich war dieses Wochenende in nun bei der Kiefer und habe 1-2 störende Äste komplett raus genommen und dazu auch noch etwas ausgelichtet. Dazu kam auch noch eine große Menge an alten braunen Nadeln und viele tote Äste im Inneren. Nachdem das nun geschafft ist kommt viel Licht und Luft rein und ich hab auch gesehen das sich sogar relativ Stammnah 3 kleine Büschel mit Nadeln befinden. Hoffentlich werden die nun etwas stärker. Schwache Triebe habe ich fast alle komplett gelassen und sehr starke teilweise etwas eingekürzt. Angst hab ich eigentlich keine das das dem Baum geschadet hat, da er so eine Menge an Knopsen überall hatte und auch noch immer gut welche hat.
Ab jetzt wird er gedüngt und ich werde regelmäßig über den Zustand informiert werden. Im September werde ich nochmal vorbei schauen.
Und im Frühjahr wird er dann geborgen.

LG Paul.


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 Betreff des Beitrags: Re: Yamadori Kiefer retten
BeitragVerfasst: 19.07.2017, 01:29 
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Registriert: 21.05.2004, 22:00
Beiträge: 8726
Wohnort: Pirna
Ja das sieht gut aus! Der Baum sieht sehr vital aus und hat noch genug Grün.
Gute Voraussetzungen für die kommende Bergung.

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Viele Grüße
Thomas

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