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 Betreff des Beitrags: Chinesische Ulme Stamm ausbessern
BeitragVerfasst: 05.08.2020, 22:12 
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neu im BONSAI ART Forum

Registriert: 05.08.2020, 11:35
Beiträge: 3
Hallo Zusammen,

ich bin neu hier im Forum und auch ein Bonsai Neuling. In der Corona Zeit habe ich einen Bonsai im Baumarkt gesehen und gekauft und mich ein wenig in die Materie eingelesen. Mittlerweile habe ich schon ein paar Experimente gestartet (schneiden und drahten von ein paar billigen Baumarktpflanzen zum üben) und es vergeht fast kein Tag an dem ich mir nicht etwas neues zum Thema Bonsai anschaue.

Vor ein paar Wochen habe ich mir dann auch diese chinesische Ulme zugelegt aus einem Garten Center und gleich ein wenig die Krone gelichtet. Momentan steht die Ulme bei mir auf dem sehr hellen Fensterbrett in der Wohnung.
Ich finde das Bäumchen recht hübsch, allerdings hätte ich es anders eingepflanzt, da ich die Seite auf die das Foto schaut besser als Vorderseite geeignet finde. Ich habe mir überlegt das Bäumchen im Winter/Frühjahr umzutopfen in eine breitere aber flachere Bonsai-Schale eventuell in beige oder weiß.

Mein eigentliches Anliegen ist allerdings der Stamm. Wie man hoffentlich auf dem Foto erkennen kann, hat der ringsherum so eine Stelle auf 2cm Höhe, ich weiß gar nicht wie man das am besten beschreibt. Es sieht ein wenig so aus wie eine Veredelung bei der die Unterlage etwas dicker war als der Reiser der drauf veredelt wurde. Also der Stammdurchmesser hat an dieser Stelle eine Kante und wird nach oben hin abrupt kleiner.

Nun zu meiner Frage: kann ich die rechte Seite davon, da wo diese Kerbe etwas stärker ausgeprägt ist, bedenkenlos glatt schnitzen und der Baum verheilt an der Stelle oder sollte ich das lieber lassen?
Am liebsten würde ich ja rundherum alles glatt bekommen, aber dann ist das Kambium unterbrochen und das will ich natürlich nicht. Und ich bin mir auch nicht sicher ob es danach nicht sogar schlimmer aussieht. Aber an der rechten Seite wenigstens einen gleichmäßigen Übergang hinbekommen wäre mir schon lieb.

Ich hoffe jemand kann mir einen Ratschlag dazu geben, und falls es möglich ist, welcher Zeitpunkt im Jahr für so eine Maßnahme geeignet wäre.

Viele Grüße,
Bonsaiflo
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BeitragVerfasst: 06.08.2020, 12:33 
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Registriert: 21.05.2004, 22:00
Beiträge: 9152
Wohnort: Pirna
Hallo und willkommen im Forum!
Zunächst meine Empfehlung , unseren Eingangsartikel und die Links mal durchzulesen (u.a. Indoorproblematik).
Unten bei den Fachthemen gibt es sicher auch viel Interssantes durch durchstöbern (u.a. Anleitung Umtopfen).
"In die Materie eingelesen" heißt in der heutigen Zeit für mich übersetzt, zwei drei You Tube Videos angeschaut und die die ersten zwei Seiten bei Google man durchgezappt.
Ich hoffe mal, das ist in Deinem Falle nicht so. Das Internet bietet zwar eine Unmenge an Infos, nur ist das zu 95% gefährliches Halbwissen und ersetzt kein gutes Basic-Buch.
Wenn man es ernsthaft mit Bonsai versuchen will sind Basics erst mal Grundvoraussetzung.

Und da sind wir auch schon mittendrin in den Basics, den für einen guten Bonsai braucht es auch gutes Ausgangsmaterial.
Auf den ersten Blick ist das ein ansehnliches Bäumchen.
Das geübte Bonsaiauge sieht aber auch sofort die von Dir benannte Stelle.
Da hat man irgendwann mal Draht an den Baum gelegt und der ist da eingewachsen. Auch am Wurzelansatz sieht man so eine eingeschnürte Stelle. Das hat man oft bei solcher Chinaware und meist ist es nicht mal Alu-Bonsaidraht, sondern Stahldraht, was die Sache noch komplizierter macht. Mit Abfräsen ist da nix , weil Du da die Saftführenden lebenen Teile des Baumes abfräßt.
Es gibt 3 Möglichkeiten:
1. Abwarten und schaun ob der Draht überwallt.
Der Absatz verwächst sich in dem Falle mit den Jahren, bleibt aber doch sichtbar.
2. Den Draht entfernen, wenn möglich.
Wenn man bit z.B. Zahnbürste die Stelle säubert und da der Draht sichtbar ist, kann man das versuchen.
Sobald man dabei beginnt lebende Rinde aufzureißen , sollte man das Unterfangen beenden.
3. An der Stelle eine Abmoosung setzen
Wahrscheinlich die Methode, welche am sinnvollsten erscheint, weil es evtl. die Einzige ist, wo keine optischen Schäden zurückbleiben.
Wenn man das aber noch nicht gemacht hat , ist das natürlich auch ein Risiko.
In diesem Jahr ist es dafür auch schon zu spät. Du hast also bis zum Frühjahr Zeit zur Planung.
Wenn ich die Abmoosung setzen würde , würde ich die Rinde ab der Einschnürung nach unten auf zwei Zentimenter abschälen.

_________________
Viele Grüße
Thomas

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BeitragVerfasst: 06.08.2020, 17:29 
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neu im BONSAI ART Forum

Registriert: 05.08.2020, 11:35
Beiträge: 3
Hallo Thomas,

vielen Dank für deine Einschätzung und deine Empfehlungen.
Tatsächlich war mein Auge nicht geübt genug diese Stelle als Problematik zu erkennen. Zusätzlich getrübt von der Vorfreude, ein Bäumchen mit einer einigermaßen schönen Krone gefunden zu haben.

Das dort mal Draht eingewachsen ist, war mir nicht sofort klar, als mir die Stelle aufgefallen ist. Aber jetzt wo du es sagst, klingt es doch sehr plausibel.
Aber dass der da immer noch drin ist, darauf wäre ich im Leben nicht gekommen. Klingt aber nicht unwahrscheinlich.

Ich finde tatsächlich deinen Vorschlag einer Abmoosung auch am Sinnvollsten in meinen Augen.
In die Thematik habe ich mich auch schon "eingelesen" und ich hatte gleiches auch mit einer Ahorn Pflanze aus dem Garten Center vor im Frühjahr durchzuführen.

Materialien dafür habe ich auch, und tatsächlich habe ich zwei Abmoosungen an besagter Ahorn Pflanze auch schon angefangen, allerdings an Ästen, die mir nicht wichtig sind, um das ganze schonmal zu üben fürs Frühjahr.
Falls das gelingt (also falls Wurzeln bei meinem Experiment entstehen), werde ich mich an die schönen Stellen des Ahorns im Frühjahr trauen und dann evtl. auch an die Ulme.

Vielen Dank erstmal für deine Tips!

Viele Grüße,
Florian


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BeitragVerfasst: 06.08.2020, 17:40 
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Registriert: 21.05.2004, 22:00
Beiträge: 9152
Wohnort: Pirna
Zitat:
ein Bäumchen mit einer einigermaßen schönen Krone gefunden zu haben.
Ein Bonsaianer erkennt man daran, dass ergebückt durch Gartencenter oder Baumschule geht.
Warum? Er schaut sich das Nebari und die ersten 10 cm Stamm von unten an.
Das ist wichtig. Alles was darüber an Geäst und Gesträuch ist, kommt i.d.R. alles ab und wird neu aufgebaut.
Auch bei dem Baum ist das prinzipiell nicht viel anders. Die Äste in der Krone z.B. sind im Verhaltniss zum Stamm schon viel zu dick. Das gilt eigentlich für so ziemlich alle Äste.

Du moost eine Baumschulpflanze ab , wie Du schreibst.
Das muss ja dann wohl schon eine Kübelpflanze sein, wenn es lohnt, Äste abzumoosen.
Denn ich sag mal so , die Ulme ist geradeso das Minimum an Holzdicke wo sowas Sinn macht und funktioniert.

_________________
Viele Grüße
Thomas

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BeitragVerfasst: 06.08.2020, 19:07 
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neu im BONSAI ART Forum

Registriert: 05.08.2020, 11:35
Beiträge: 3
Haha, wieder was gelernt ;)

Ok, das heißt wohl die Ulme ist doch nicht so toll. Aber zum üben ist sie dann vielleicht genau richtig.

Genau, der Ahorn ist eine Kübelpflanze. Ob es sich lohnt im Sinne von einen tollen Bonsai zu bekommen, das weiß ich nicht, aber um Erfahrung zu sammlen lohnt es sich bestimmt.
Und wenn dabei noch eine Vervielfätigung der Pflanze raus kommt, bin ich schon sehr zufreiden. Die war nämlich nicht gerade billig um als "Experimentierplatform" zu dienen.


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BeitragVerfasst: 07.08.2020, 17:37 
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Registriert: 21.05.2004, 22:00
Beiträge: 9152
Wohnort: Pirna
Zitat:

Ok, das heißt wohl die Ulme ist doch nicht so toll.
Zumindest sieht sie schon mal wie eine Ulme aus und nicht siese unsägliche S-Form.
Wenn Du perfektes Material haben willst, kostet das dann halt.
Außerdem perfektes Material, lässt Dir kaum Optionen und Spielraum.
Hier hast Du halt noch bischen Arbeit.

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Thomas

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