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BeitragVerfasst: 20.10.2020, 17:25 
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Hallo an alle,

ich habe vor Kurzem eine Carmona geschenkt bekommen und da ich Pflanzen schon immer liebe und auch einen grünen Daumen habe und merke, dass mich Bonsais faszinieren, habe ich mich ein bisschen eingelesen und wollte jetzt mit "richtigen" Bonsais durchstarten. ich habe leider feststellen müssen, dass ich mit 55 Jahren ja fast schon zu alt dafür bin, aber ich hoffe doch, das eine oder andere Bäumchen noch eine paar schöne Jährchen zu begleiten. :D

Ich wohne in der Nähe von Frankfurt/Hessen und habe gemerkt, dass es leider in meiner näheren Umgebung keine guten Bonsailäden oder Gruppen gibt. Vielleicht habt ihr ja doch den ein oder anderen Tipp für mich.

Ich habe mir eine Gruppe Urweltmammutbäume und einen Zierapfel "Evereste" gekauft, die jetzt auf dem Balkon stehen, erstmal nur gegossen werden und auf den Winter warten. Und da habe ich jetzt eine Frage: Wo überwintere ich die beiden am besten?

Folgende Möglichkeiten habe ich:
Auf dem Balkon (Süden), hinter das Geländer stellen, damit er schattig steht und warm einpacken.
Unbeheiztes Treppenhaus direkt unter dem Dachfenster.
Unbeheizte Garage mit gaaaanz wenig Licht.
Gartenhütte mit Licht übers Dach (graues Acryl-Wellblech).

Ich freue mich auf eure Ratschläge.

Viele Grüße
Inge


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BeitragVerfasst: 21.10.2020, 05:25 
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Hallo Inge,
es ist nie zu spät mit Bonsai anzufangen.
Es gibt auch viele Bonsaifreunde , die auch erst in der Rente mit Bonsai richtig durchstarten, weil sie vorher wenig Zeit hatten.
Natürlich kommt dann der Faktor Lebenszeit ins Spiel, wo man halt planen muss, dass Projekte realistisch sind.
Man wird sich halt eher besseres reiferes Material suchen.
Wenn man nurt einben Balkon hat, muss man sich auch beschränken, was durchaus auch Vorteile hat, denn man verzettelt sich nicht.
Die Freilandarten kannst Du eingepackt auf dem Balkon halten. Sofern der Urweltmammut wirklich ein silcher ist, also laubabwerfend , kommt für beide auch die Garage, also eine dunkle Überwinterung in Frage. Wichtig übern Winter ist eine gewisse Kontrolle , z.B. vor Schädlingen (auch z.B. Mäuse) und vorm Austrocknen. Letzteres ist gerade zum Frühling hin wichtig, wenn der Baum lange vor Austrieb die Knospen schwellen lässt und da schon Wasser zieht.
Wenn Du ernsthaft Bonsai machen willst, ist auf Dauer "bischen eingelesen" sicher zu wenig. Das Internet ist auch ein recht schlechter Ratgeber, weil unter der unendlichen Fülle an Infos nur wenig wirklich Fundiertes ist. An guten Büchern kann man das hier empfehlen:
http://shop.bonsai-art.com/Buecher/Bons ... ::586.html
Das ist aktuell und wohl das umfassendste , was es derzeit in Deutsch gibt.
Ansonsten ist natürlich Kontakt zu Leuten, die Erfahrung haben wichtig.
Hier findest Du Arbeitskreise in Deiner Nähe.
https://bonsai-club-deutschland.com/reg ... itskreise/
Händler gibt es z.B. das Bonsaimuseum Heidelberg und Bonsai Sturm in Römerberg.
Siehe auch hier:
https://www.bonsai-art.com/haendler
Wenn die Corona-Maßnahmen evtl. irgendwann mal von Vernunft geprägt sind, wird es auch wieder flächendeckend Ausstellungen und Seminare geben. Da kann man dann meist auch sehr gut Kontakte knüpfen.

_________________
Viele Grüße
Thomas

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BeitragVerfasst: 22.10.2020, 20:55 
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Beiträge: 9
Hallo Thomas,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Sie macht mir Mut. :wink:

Heute sind schon zwei Bücher gekommen. Die Empfehlungen hatte ich irgendwo in diesem Forum aufgeschnappt:

Kastner - Bonsai/Schritt für Schritt zum Bonsaiprofi und
Busch - Bonsai/Gärtnern leicht und richtig

Mit der Evereste und dem Mammut dachte ich auch, dass ich sie erstmal auf dem Balkon lasse und sollten wir einen strengen Winter bekommen, dann können sie immer noch in die Garage umziehen.
Übrigens sind das beide noch keine fertigen Bäume/Wald sondern "Rohmaterial" oder wie man es auch immer nennt. Soll ich den Apfelbaum erstmal so lassen und dann im Februar schneiden oder kann ich ihm jetzt schon etwas Gutes tun? Der war nicht teuer, ich hab ihn zum Üben gekauft. Das Bild ist das vom Verkäufer aus dem Internet. Für meinen ist es jetzt zu dunkel, da kann ich aber morgen ein Bild nachliefern, aber er sieht genauso aus, etwas trocknere Blätter an den Astenden, durch den Transport.

Ich werde mich auch gleich über die Bücher hermachen, damit ich nicht so viele Anfängerfragen stellen muss. :-)

Viele Grüße
Inge


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Evereste.jpg [ 352.12 KiB | 1320 mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: 23.10.2020, 15:54 
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Prinzipiell musst Du da jetzt nichts machen.
Ich würde den Apfel dann zum Frühjahr hin Bonsai vorschriftsmäßig eintopfen und ihm dabei gleich einen Grundschnitt verpassen.
Bei solchem Baumschulmaterial kann es natürlich such zu bösen Überraschungen kommen in Form von hässlichen Pfropfstellen am unteren Stammbereich. Solches Baumschulmaterial ist leider fast immer gepfropft und selten wurzelecht.
Evtl. kannst Du das schon mal vorm Umtopfen abchecken.

_________________
Viele Grüße
Thomas

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BeitragVerfasst: 25.10.2020, 22:10 
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Na, da lass ich mich mal überraschen, was ich da auspacken werde.

Viele Grüße
Inge


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BeitragVerfasst: 29.10.2020, 13:05 
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Beiträge: 6
Hallo Inge,

ich habe ähnliches Everest Ausgangsmaterial. Bei mir war vor Allem der untere Stammbereich samt Wurzeln ein Problem, weshalb ich das ganze Bäumchen im kommenden Frühjahr abmoosen werde.
Bin gespannt, wie es bei dir aussieht!

Beste Grüße
Matthias


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BeitragVerfasst: 31.10.2020, 18:20 
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Beiträge: 9
Hallo Matthias,

ich werde erst im Frühjahr reingucken und evtl. ist ja dann das Abmoosen bei mir auch eine Möglichkeit, wenn ich Unerfreuliches ausgrabe.

Wie überwinterst du dein Bäumchen?

Viele Grüße
Inge


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BeitragVerfasst: 02.11.2020, 18:33 
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Beiträge: 6
Hallo Inge,

ich lass mir bei der Überwinterungsfrage seit den letzten Jahren immer mehr Zeit. Letztes Jahr fiel bei uns kaum Schnee und es hatte auch bloß ein paar Tage unter -5°, da stehen fast alle meine Bäume ein wenig windgeschützt auf der Terrasse oder sie bleiben gleich an ihrem Standort im Garten. Sollte es mal mehr als ein paar Tage richtig gefrieren kommen die Bäume bei mir in ein kleines Gewächshaus. Hab bevor ich das hatte die Bäume wenn es Wochen lang sehr kalt war in die Garage gestellt, da friert es normal nicht ganz durch und ohne Blätter ist für ein paar Wochen Finsternis für den Baum auch zu ertragen.

Beste Grüße
Matthias


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BeitragVerfasst: 08.11.2020, 12:04 
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Beiträge: 9
Hallo Matthias,

danke für deine Antwort, die hilft mir gerade sehr. Ich fange nämlich jetzt schon an mir Gedanken zu machen, obwohl es gerade mal knapp um die 0 Grad sind. Hatte schon in zwei Nächten einen Vorhang über die Äste gelegt. :mrgreen:

Wenn man das halt zum ersten Mal macht, ist die Unsicherheit groß. Und trotzdem habe ich mir jetzt noch eine Picea gekauft. Mehr kaufe ich jetzt aber wirklich nicht mehr, sondern erst wieder im Frühjahr, wenn der "Winterstress" für mich vorbei ist. :D

Viele Grüße
Inge


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BeitragVerfasst: 08.11.2020, 13:28 
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Zitat:
evtl. ist ja dann das Abmoosen bei mir auch eine Möglichkeit, wenn ich Unerfreuliches ausgrabe.
Mit Abmoosen sind viele ganz schnell bei Ratschlägen im Net, nur haben es die wenigsten davon wirklich erfolgreich praktiziert.
Das Ergebnis ist selten wirklich überzeugend, meist sieht man einem Baum noch nach Jahrzehnten an, dass er abgemoost wurde.
Bei mir ist das zur Materialgewinnung mitunter eine Option , ansonsten eher die letzte aller Varianten, wenn gar nichts mehr alternativ geht, um einen ansonsten guten Baum zu verbessern.
Bei so jungem Rohmaterial macht das nicht wirklich Sinn. Im Garten dagegen macht sich so eine Baum dann alternativ sehr gut nach dem Motto: Besser ein schöner Gartenbaum, als einen schlechten Bonsai.

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Viele Grüße
Thomas

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BeitragVerfasst: 12.11.2020, 21:43 
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Ich glaube bei mir läuft das eher unter dem Aspekt, dass ich alles mal kennenlernen und probieren will. Aber hast Recht lieber einen schönen "normalen" Baum, als dass es dann gar nichts wird.

Heute musste ich mir dann doch noch im Gartencenter einen Ahorn mitnehmen. Für 10 Euro ist nicht viel verloren und so langsam habe ich dann genug Material zum Lernen und Üben, wenn das Frühjahr kommt. Soviel dazu, dass nach der Picea Schluss sein sollte. ;-)

Ich habe jetzt auch schon mal nach Workshops geguckt und wollte so im Februar/März spätestens mal einen besuchen. Da bin ich jetzt mal optimistisch, dass das trotz Corona klappen wird. Kann von euch jemand welche empfehlen? Aber nicht unbedingt im hohen Norden, da ist die Anreise dann doch zu weit.


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BeitragVerfasst: 13.11.2020, 01:47 
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Bzgl. Workshop müsstest Du schon mal schreiben, wo Du herkommst.

Ansonsten hat es bei den meisten so angefangen, dass man sich ein Sammelsurium aus diversen mehr oder weniger preiswerten Bäumen zugelegt hat.
Bei mir war es dann irgendwann so, dass ich gut zwei Drittel davon in den Garten gepflanzt habe, ganz einfach, weil die Erkenntnis kam, dass es eigentlich alles nur irgendwelche Zukunftsprojekte waren.
Ausschlaggebend war die erste BonsaiArt, die ich in die Hand bekam und dort arbeitete Kimura über Kopf an einem gut 2 Meter hohen Wacholder.
Da wußte ich, dass ich mit meinen Yoghurtbecher-Kulturen wohl im Leben nie dahin komme.
Inzwischen grabe den einen oder anderen vor über 20 Jahren im Garten ausgepflanzten Bäume wieder aus, weil die jetzt wieder als Ausgangsmaterial interessant geworden sind.

Ich glaube aber, an so einem Apfelbäumchen würde ich auch heute nicht vorbeigehen. Da kann ganz schnell ein schöner Shohin draus werden. Wie gesagt , man muss sich bei solchen Material anschauen, ob sie gepfropft sind bzw. wie die Pfropfstelle dann aussieht. Ich pule da schon in der Baumschule im Topf herum.
Auch nach 20 Jahren gehe ich gern in Baumschulen auf Materialsuche und werde da auch oft fündig.
Mein erster Gang ist aber nicht in die Topfpflanzenabteilung, sondern dahin wo die 90-Liter-Kübel stehen.
Ein bischen Investition ist schon nötig, es ist v.a. eine Investition in (Lebens-)Zeit und ist eigentlich unbezahlbar kostbar.
Siehe auch hier:
viewtopic.php?f=10&t=6206

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Viele Grüße
Thomas

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BeitragVerfasst: 13.11.2020, 23:40 
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Vielen Dank für den Link zu diesem tollen Video. (Mmhh... zeigt mir immer mehr, dass ich viel zu spät mit dem Thema Bonsai angefangen habe. Ich darf gar nicht anfangen zu rechnen... :mrgreen: )
Ich als blutiger Anfänger, kann natürlich gar nicht verstehen, dass er so kritisch mit seinem schönen Ahorn ist.

Ich komme aus der Nähe von Hanau/Frankfurt und hatte ja schon geschrieben, dass es in der Nähe keine Geschäfte o.ä. gibt. In Frankfurt gibt es wohl einen AK, aber die pausieren im Moment natürlich auch. Ich habe mir nicht unbedingt die beste Zeit rausgesucht.


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BeitragVerfasst: 14.11.2020, 03:40 
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In unserem Ak haben wir viel Zulauf an Einsteigern mit all den Kenntneissen und Vorstellungen von Bonsai, die man da halt so hat. Mit denen Fahre ich gern mal zu Walter Pall.
Wenn die Leute dort die Bäume sehen, braucht es dann kaum noch Erklärungen.
Natürlich ist Walter Pall auch ein Bonsai- Entertainer, der gern überspitzt.

Von Frankfurt ist es dann aber auch nicht ganz soweit zu den Bonsaihochburgen im Süden, sozusagen das Bonsai-Bermuda-Dreieck Heidelberg(Bonsai Museum)-Bammental (Udo Fischer)-Neckargemünd(Minoru Bonsai, Michael Tran) und es sind im Umkreis noch andere wie Valentin Brose, Bonsai Sturm.... Dort unte dürfte neben dem Ruhrgebiet die größte Bonsaidichte überhaupt sein.

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BeitragVerfasst: 21.11.2020, 18:05 
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Ich habe durch Zufall einen Bonsaihändler in Kelsterbach gefunden, der auch Workshops anbietet: Bonsai-Fuchs. Kennst den jemand? Er ist nur eine 3/4 Stunde von mir weg und sie haben dort auch einen AK. Jetzt muss nur Corona ganz schnell verschwinden!

Die Zeitschrift "Bonsai Art" habe ich auch mal abonniert und den Jahrgang 2019 gleich dazu bestellt. Ist eine tolle, sehr hochwertige Zeitschrift, die ich sehr empfehlen kann. Ich denke, die alten Hasen hier, haben die sicher alle im Schrank, aber gerade für Neueinsteiger ist es eine gute Sache. :-)


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