Hallo Leute!
In Sachen Dünger steht hier ne Menge Gutes und ne Menge... nich so Gutes.
Blaue Kugeln: Das ist das gute alte Blaukorn, Nitroposka, Blau-Dünger und wie sie alle heißen. Das ist ein rein mineralischer Dünger, da hat Thomas recht. Die Farbe blau, grün, grau, gelb, chromarschviolett oder lilafurzgeblümt spielt dabei eine , nein kein Rolle
Aber: Mineralischer Dünger ist nicht schlechter oder gefährlicher, eigentlich im Gegenteil, es kommt nämlich darauf an, was drin steckt.
Genauso organischer, wobei die Gefahr bei organischen Düngern teilweise höher ist als bei mineralischen...
So, wie kriege ich jetzt die Kurve...
Zuerst die Nährelemente:
N - Stickstoff, vorhanden (im Dünger) als NO3- (sorry, kanns nicht anders schreiben), NH4+, oder in mineralischen Düngern auch in nur säurelöslicher Form (z.B. Carbamidstickstoff); Pflanzen können nur NO3- direkt aufnehmen, alle anderen müssen erst in NO3- umgewandelt werden.
Daraus folgt: NO3 schnell, NH4+ langsamer als NO3-, alle anderen am langsamsten
P - Posphor, ist wasser- oder säurelöslich im Dünger (oder beides ) enthalten, die Pflanze nimmt den Phophor dann als Phosphat auf
K- ähnlich wie Phosphat
Mg- wichtig für Chlorophyll, meist als MgO
Spurenelemente - wichtig für die Pflanze, aber nicht zu oft verabreichen
Zumeist ist der Stickstoff der Schuldige im Falle einer Verbrennung:
organische Dünger wie Kuhmist, Pferdedung und Hühnerscheiße:
man weiß nie genau, wieviel Stickstoff drin ist und wenn dann als NO3 oder NH4+, d. h. schnell verfügbar = hohes Verbrennungsrisiko
Hühnerkacke ist überigens sehr scharf und sollte nicht zum Düngen verwendet werden, Pferdemist ist aber sehr gut, wenn das Stroh dunkelbraum und brüchig ist
mineralisch-organische dünger wie Biogold: da nach Rezeptur gefertigt, kaum ein Verbrennungsrisiko, wenn man nicht überdosiert, siehe Beitrag mit dem verbrannten Moos
mineralisch:- Einzelelementedünger wie schwefelsaures Ammoniak und sowas kommen für uns gar nicht in Frage, viel zu hohes Risiko und viel zu teuer, da ist überdüngen fast vorprogrammiert, wenn man sich nicht genauestens an die Dosierung hält und nicht weiß in welchen Abständen man düngen muß.
Depotdünger: mein persönlicher Favorit. Idiotensicher, daß kann sogar Lieschen Müller. Er enthält nur wenig sofort verfügbare Elemente und viel Dünger, der nur langsam umgesetzt wird (z.B. Carbamidstickstoff). Außerdem ist er zusätzlich häufig noch mit Harz umhüllt (oder Kunststoffummantelt) und perlettiert (kleine Kügelchen)
man muß also nicht alle zwei Wochen mit irgend einem Flüssigdünger rumpanschen, sondern nur ein - zweimal pro Saison (meist reicht einmal, lieber zu wenig als zu viel) und kann sich voll auf's gestalten konzentrieren.
Und wenn er dann noch Spurenelemente enthält, dann ist er super (und schweineteuer, nein im Vergleich zu den Alternativen eigentlich sogar günstiger).
Überigens: die von Thomas beschriebenen Dünger dienen leider hauptsächlich zur N-Düngung, von dem Rest ist nur äußerst wenig vorhanden, und damit kann man sehr wohl Überdüngen und die Pflanzen verbrennen!
Überdosis rückgängig: Vieeeeeeeeeeeeeel Wasser (aber nach und nach, nicht daß sie dann an Staunässe draufgeht, aber bloß nicht antrocknen lassen!!!)
Das war jetzt viel Info, die Finger bluten und ich hör schon jemanden schreien: so ein Mist, stimmt gar nicht, alles erlogen und erstunken (vor allem das mit dem Mist

), aber so ist das nun mal
Ich hoffe, es hat geholfen
Holger
P.S.: meine Kügelchen sind gelb (die vom Dünger, Raphael!!!)