Liebe Bonsaianer,
über Ostern war ich zu Besuch bei der Familie und wurde gleich zur Gartenarbeit eingespannt.
U.a. sollte ein Apfelbaum-Wildwuchs, der sich neben dem "offiziellen" Apfelbaum ausgesamt hatte, beseitigt werden.
Unverhofft kommt oft, und da er in der grünen Tonne eh gestorben wäre habe ich versucht, meinen ersten Yamadori zu bergen - dabei vermutlich alle Fehler gemacht, die ein Anfänger nur so machen kann. Um das zu überprüfen (und eventuell einiges noch nachbessern zu können) schreibe ich euch nun
Die Pfahlwurzel des Apfels hatte sich mit einer Seitwurzel des großen Baumes verbunden, so dass ich sie recht kurz abschneiden musste. Vor allem an einer Seite gab es allerdings noch recht viele dünnere Wurzeln die ich lassen konnte (sowie einige mittelstarke, die ich ebenfalls einkürzen musste), so dass ich Hoffnung habe. - Fotos gibt es vom Wurzelballen nicht, da ich zu beschäftigt mit Buddeln und Feuchthalten der Wurzeln war.
Dank Feiertagen konnte ich nichts zusätzliches kaufen und der Apfel steht nun in einem Ton-Blumentopf gefüllt mit ca. 50% Gartenerde und 50% torffreier Blumenerde (also hoher Kokos- und Humusanteil). Um den Baum nicht weiter als notwendig zu strapazieren setzte ich ihn, zu Hause angekommen, auch nicht mehr um.
Meine Fragen an euch wären:
- Ist die Erdzusammensetzung ok? Oder wäre eine andere Mischung so deutlich besser, dass es ein abermaliges Umsetzen rechtfertigen würde?
- Soll ich ihn beschneiden? Ich wollte so wenig zusätzlichen Stress wie irgend möglich verursachen, frage mich aber, ob der dezimierte Wurzelballen all das Frischgrün auf Dauer versorgt bekommt. (Natürlich hilft eine große Menge an Blatt umgekehrt auch bei der Versorgung der Wurzeln, aber die Frage beschäftigt mich..) Einige Knospen sind bereits eingetrocknet, und die mitgereiste Raupe konnte anderes abgefressen, bevor ich sie erwischte. Alles in allem hält sich der Baum aber recht wacker - vorerst.
- Gibt es einen Zeitraum, nach dem ich mir sicher sein kann, dass der Baum durchgekommen ist? Ich vermute nächstes Frühjahr, hoffe aber, dass es auch schon früher sein könnte..?
Über weitere Anmerkungen/Kommentare freue ich mich natürlich auch.
- Gestaltung/Rückschnitt etc. bedenke ich derzeit übrigens nicht weiter. Erste Priorität ist, den Baum durchzubekommen. Sollte mir das gelingen denke ich weiter.
Viele Grüße,
Niva
Malus Yamadori
Re: Malus Yamadori
Das Herangehen ist genau richtig:
Einsetzen, in Ruhe lassen, anwachsen lassen, im kmmenden Jahr sieht man weiter.
Als Substrat sollte man eine Mischung mit 50 % Blähton (oder -schiefer bzw.Lava) nehmen.
Das durchlüftet das Substrat besser.
Also prinzipiell bedeutet das , man setzt auch ausgegrabene Bäume in Bonsaisubstrat.
Ich würde es jetzt so lassen, denn ein eneutes umsetzen schadet evtl. mehr als es nützt.
Einsetzen, in Ruhe lassen, anwachsen lassen, im kmmenden Jahr sieht man weiter.
Als Substrat sollte man eine Mischung mit 50 % Blähton (oder -schiefer bzw.Lava) nehmen.
Das durchlüftet das Substrat besser.
Also prinzipiell bedeutet das , man setzt auch ausgegrabene Bäume in Bonsaisubstrat.
Ich würde es jetzt so lassen, denn ein eneutes umsetzen schadet evtl. mehr als es nützt.
Viele Grüße
Thomas
Bonsai-Wandkalender 2021
Bonsai Triennale
Mitteldeutscher Bonsai Regionalverband e.V.
Thomas
Bonsai-Wandkalender 2021
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Mitteldeutscher Bonsai Regionalverband e.V.
Re: Malus Yamadori
Vielen Dank, Thomas!
Gewusst habe ich es, dass meine Erdmischung nicht optimal ist, aber leider war nichts anderes vor Ort.
Wenn es nicht lebensnotwendig ist das Substrat zu wechseln ist es mir aber tatsächlich lieber, den Baum erstmal ganz in Ruhe zu lassen.
Eine Drainageschicht aus alten Tontopfscherben ist im Topf, und ich behalte das alles gut im Auge.
Dass bei einem so großen Wurzelverlust nicht alle jungen Triebe durchkommen ist vermutlich normal, und wenn dir jetzt nichts großes aufgefallen ist dann ist das schonmal gut, und ich hebe mir eventuelle Panik-Umtopfaktionen für einen späteren Zeitpunkt auf (falls es ihm mal schlechter gehen sollte... Was ich aber nicht hoffe).
Gewusst habe ich es, dass meine Erdmischung nicht optimal ist, aber leider war nichts anderes vor Ort.
Wenn es nicht lebensnotwendig ist das Substrat zu wechseln ist es mir aber tatsächlich lieber, den Baum erstmal ganz in Ruhe zu lassen.
Eine Drainageschicht aus alten Tontopfscherben ist im Topf, und ich behalte das alles gut im Auge.
Dass bei einem so großen Wurzelverlust nicht alle jungen Triebe durchkommen ist vermutlich normal, und wenn dir jetzt nichts großes aufgefallen ist dann ist das schonmal gut, und ich hebe mir eventuelle Panik-Umtopfaktionen für einen späteren Zeitpunkt auf (falls es ihm mal schlechter gehen sollte... Was ich aber nicht hoffe).
Re: Malus Yamadori
Yamadori-Bergung ist immer mit Risiko verbunden und Verlusste gibt es selbst bei Profis.
Gerade , wenn man einen Baum zum nicht idealen Zeitpunkt ausbuddeln muss aus diversen Gründen mit evtl . wenig Wurzelmasse ist das Ergebnis ziemlich offen.
Das ist halt so und man sollte das einkalkulieren, damit die Entäuschung sich dann in Grenzen hält.
Gerade , wenn man einen Baum zum nicht idealen Zeitpunkt ausbuddeln muss aus diversen Gründen mit evtl . wenig Wurzelmasse ist das Ergebnis ziemlich offen.
Das ist halt so und man sollte das einkalkulieren, damit die Entäuschung sich dann in Grenzen hält.
Viele Grüße
Thomas
Bonsai-Wandkalender 2021
Bonsai Triennale
Mitteldeutscher Bonsai Regionalverband e.V.
Thomas
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Re: Malus Yamadori
Da schreibst du ein wahres Wort gelassen auf...Thomas hat geschrieben: Das ist halt so und man sollte das einkalkulieren, damit die Entäuschung sich dann in Grenzen hält.
Ich hoffe, ich kann nächsten Frühling positives berichten.